Tipps & Tricks für Webseiten von Artisten

Von David Rehman

### Step 1 | Was willst du sagen?
Worum geht es bei deiner Seite? Was oder wen willst du ansprechen? Klar, man könnte sagen ich will mich verkaufen aber ist das genug? – Nein! Da geht mehr, überleg dir z. B. wer sich deine Seite anguckt. In der Regel Leute, die sich in der Szene auskennen und auch schon 100.000 Webseiten und Videos von Artisten gesehen haben. Also, was genau will so jemand? Genau, möglichst schnell zu den Infos kommen. Doch was genau sind Infos, die man haben will?

### Step 2 | Welche Infos sind wichtig?
Denk dich einmal in die Rolle einer Person, die dich bzw. deine Nummer buchen möchte (Booker). Du bist also auf der Suche nach einem Artisten, du googelst nach der gewünschten Branche (Luft, Boden, was auch immer) und klickst die ersten 5-6 Links an, die bei Google erscheinen. Im besten Fall sucht der Booker sofort nach deinem Namen. Das heißt, er/sie hat genau zwei Ziele:

Ziel #1
Einen Eindruck deiner Nummer bekommen (Fotos und Videos – besser sind Videos, denn bei Fotos kann man eher schummeln).

Ziel #2
Wenn deine Nummer gefällt, will der Booker was? Genau, dich dann hoffentlich buchen. Dazu braucht er/sie deine Kontaktdaten.

Resümee:
Deine Seite braucht genau zwei Hauptinfos in oben aufgeführter Reihenfolge: Nummer(n) und Kontakt. Weniger ist auch hier mehr.

Man sollte nicht vergessen, dass es natürlich auch noch andere Sachen gibt, die wichtig sind: Anforderungen (Deckenhöhe o.Ä.), Referenzen (wo ihr schon gespielt habt) und was auch nicht zu vergessen wäre, ist ein Spielplan (von wann bis wann ihr wo spielt). Doch alles, was über Video und Fotos der Nummer und Kontaktdaten hinausgeht, gehört nicht prominent auf die Webseite.

ZUSATZ INFO || Die meisten Artisten-Webseiten verlässt man nach ein paar Sekunden. Man redet hier von einer „Bounce Rate“, also die Zeit die man auf der Seite verbringt bis man sie wieder verlässt. Keiner will suchen und sich durch sinnlose bzw. in dem Moment nicht relevante Infos klicken müssen (hier liegt die Betonung auf müssen). Je höher diese Rate ist, desto schlechter ranked dich Google. Deswegen sollte das oberste Ziel sein, den User möglichst lange auf deiner Seite zu behalten. Das heißt im Klartext: am besten die Videos von YouTube, oder noch besser Vimeo, auf deiner Seite einbinden und nicht per Link auf den Video Anbieter weiterleiten.

### Step 3 | Wie bekomm ich eine Domain und welche?
Das ist eine gute Frage! Erstmal sollte man überlegen ob man einen Künstlernamen hat und ob man diesen behalten möchte. Auf der sicheren Seite ist man meistens mit seinem Vor- und Nachnamen. Wie auch immer, aber man sollte sich einfach vorher Gedanken machen wohin die Reise gehen wird. Am sichersten sind natürlich Vor- und Nachname wie z.B. www.timschneider.de da sich der Name in der Regel nicht so oft ändert. Domain-Wechsel sind immer sehr lästig und werfen dich bei Google weit zurück. Lange Rede, kurzer Sinn: Wechsel niemals deine Domain und überleg dir, was du machen willst und nenn dich bitte nicht www.timseilakrobat.de oder www.cyrwheeler.com (wir sind ja nicht mehr in den 90ern). Angenommen es kommt noch mal eine zweite Nummer dazu, die etwas anders ist, was dann? Ich kann immer empfehlen, euren Namen zu nehmen.

Ob es jetzt eine .com oder .de-Domain wird ist egal, wobei beide auch nicht schlecht wären (sind auch nur 1-2€ pro Monat). Die .de-Domains werden besser vom deutschen Google gefunden und .com vom US und internationalen Google. Wenn ihr beide habt, seid ihr auf der sicheren Seite.

Wenn ihr schon eine eigene Domain habt, dann nutzt auch bitte eure eigenen E-Mail Adressen (die sind fast immer umsonst dabei). Bitte nicht die Domain www.akrobat.de haben und dann als E-Mail Adresse akrobat@gmail.com nutzen. Warum sollte man das machen?

Hier ein paar Anbieter für Domains

» Strato
» Goneo
» United Domains
» Go Daddy

Ich selber bin bei Goneo und ganz zufrieden. Empfehlenswert sind aber alle, die oben aufgeführt sind.

Zum Abschluss kann ich natürlich allen empfehlen, euch Hilfe von einem Profi zu suchen. Die Kosten für eine vernünftige Seite liegen zwischen 1000-2500 Euro, je nach dem, was ihr wollt. Jetzt kann man natürlich sagen „Huch, das ist aber viel! Weil mein kleiner Bruder macht mir das für umsonst…“ – Ist dein kleiner Bruder Designer und lebt davon? Wenn das nicht der Fall ist, gehe ich das nächste Mal auch auf die Bühne und mache einen Handstand für 5€…

Natürlich ist das eine menge Geld, aber eure Webseite ist eure Visitenkarte im Internet. Wie werden die Booker auf euch aufmerksam? Durch Mund-zu-Mund-Propaganda und natürlich auch durch einen professionellen Aufritt im Internet. Ich würde sagen, das Geld sollte es euch Wert sein.

Und ja, es gibt auch 1&1, Wixx und hundert andere Webseiten-Baukästen aber das ist auch nicht das Wahre. Wenn nicht vom Designer, dann nutzt bitte eine WordPress-Seite. Die könnt ihr die auch selber verwalten und es gibt wirklich viele gute, kostenlose Templates.

Hierzu ein paar Links:

www.noupe.com/wordpress/top-100-best-free-wordpress-themes-of-2014-88366.html
- designposts.net/best-free-responsive-wordpress-themes
- themeforest.net/collections/3008530-best-wordpress-themes-2014
- www.wpulti.org/best-free-wordpress-themes

„Responsive“ bedeutet, dass sich die Seite auch mobil einwandfrei bzw. extra angepasst öffnen lässt (eigentlich ein „must have“ heutzutage).

David Rehman ist Identity & Interface Designer
www.davidrehman.de