Warum ist der Profizirkus wichtig für die Zirkuspädagogik? Hier findet ihr unsere Position dazu.

Das Netzwerk Zirkus fordert eine stärkere Anbindung von Laienzirkus an den Profizirkus in Deutschland.

Zirkuspädagogik bietet im gesamten Bundesgebiet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich im Zirkus auszuprobieren und sich auf vielen Ebenen künstlerisch und sportlich zu betätigen. Der Laienzirkus ist für eine immer größere Anzahl von Jugendlichen nicht nur ein Hobby, sondern auch eine wirkliche Alternative zu den klassischen Studiengängen und Ausbildungsberufen. Aus diesem Grund tragen die Pädagoginnen und Pädagogen die Verantwortung dafür, dass diese Jugendlichen sich mit der in vielen Bereichen prekären Lebenssituation von Artistinnen und Artisten in Deutschland auseinandersetzen. Ein weiterer Grund, warum die Rückbindung von Laienzirkus an den Profizirkus nötig ist, liegt in den drei Dimensionen von kultureller Bildung.

  • Teilhabe ermöglichen
  • den differenzierter Umgang mit Kunst und Kultur stärken
  • zu gestalterisch-ästhetischem Handeln befähigen

Zirkuspädagogik ist Teil der kulturellen Bildung in Deutschland und muss sich an diesen Dimensionen messen lassen. Das Netzwerk Zirkus erkennt eine Vernachlässigung der künstlerischen Bildungsaufgabe und fordert Edukationsprojekte im Sinne der Kunstvermittlung. Angelehnt an die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur kulturellen Kinderund Jugendbildung aus dem Jahr 2007 und 2013 schlagen wir Kooperationen von lokalen Bildungspartnern mit Varietétheatern, Zirkussen und Kompanien des zeitgenössischen Zirkus vor. Von diesen kooperativen Bildungsangeboten im Sinne der Kunstvermittlung können beide Seiten profitieren, denn klar ist: Kunst und Kunstvermittlung stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Auf der einen Seite ist Kunstvermittlung ohne eine vielfältige und lebendige Zirkuslandschaft nicht denkbar. Auf der anderen Seite ist eine vielfältige und im Sinne der Rezeption erfolgreiche Zirkuslandschaft nicht ohne ein vorgebildetes und interessiertes Publikum möglich. Diese Bildungsaufgabe können die Unternehmen, Kompanien oder Theater nicht erfüllen. Sie brauchen also Bildungspartner, die ihre Interessen verstehen und bedienen, Projekte evaluieren und bei der Implementierung im Unternehmen helfen können. Es wird Zeit, dass diese künstlerisch orientierten Bildungsangebotegeschaffen werden.